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Effektives Feldbogen Schiessen 2

Compound Bogen > Bogenschiessen

Teil 2
Im ersten Teil habe ich die Grundlagen von Regeln und Ausrüstung zum Feldbogenschiessen erläutert, nun möchte ich euch erklären wie so ein Turnier abläuft und anhand der dabei auftretenden Anforderungen noch mehr Tipps und Hilfen zum schnellen Einstieg ins Feldbogen Schießen geben. Dazu begleiten wir einen Neuling im Feldbogensport auf einem fiktiven Turnier. Dies kann natürlich auch eine Schützin sein, die Damen sind nach meiner Erfahrung oft lernfähiger als ihre männlichen Kollegen. Die hochmotivierten und gut vorbereiteten Einsteiger ins Feldbogenschiessen haben aufmerksam den Ausführungen des Veranstalters gelauscht und sind nun bereit für den Weg zur Scheibe. Die hoffentlich ortskundigen Helfer führen die Gruppen zu den Abschuss Positionen. Bei fast allen Feldbogen Turnieren beginnen alle Gruppen gleichzeitig mit dem Schießen, im englischen Sprachgebrauch auch „shotgun start“ genannt. Dazu müssen natürlich die Schützen zu den am weitesten Scheiben als erste losgehen und alle Schützen müssen wissen zu welcher Gruppen und zu welchem Helfer sie gehören. Wer hier nicht aufgepasst hat rennt dann nachher kurz vor Schießbeginn quer durch den gesamten Parcours, weil er z.B. auf dem blauen Parcours ist, aber den roten Parcours schießen soll. Am ersten Abschuss Pflock angekommen macht man sich mit den anderen Schützen bekannt, klärt noch einmal die Schießpositionen und Reihenfolge, wünscht sich Glück und wartet auf das Signal zum Start oder die vorgegebene Startzeit. Jetzt kann man sich auch in Ruhe schon einmal die erste Scheibe anschauen. Welche Auflagengröße ist es, welche Entfernung, werden alle Pfeile von einer Abschussposition geschossen, geht es bergauf/bergab oder entlang eines Hangs, gibt es Seitenlicht oder Seitenwind? Das sind für den Einsteiger schon relativ viele Variablen, sie sollten aber soweit möglich schon vor dem Gang zur Abschussposition geklärt werden. Gerade bei den FITA Feld Turnieren ist das recht knappe Zeitlimit sonst nicht einzuhalten. Die erste Scheibe könnte zum Beispiel eine FITA Feldauflage von 80cm Durchmesser auf 50 Meter Entfernung an einem Waldrand sein, der Schütze steht auf der Wiese, schießt parallel zum Wald, es sieht eigentlich nicht besonders schwierig aus. Diese Scheibe gibt es wirklich, Schützen die in Trier schon einmal am 5-Nation Turnier mit geschossen haben, kennen sie sicher gut. Mutig an den Abschusspflock gehen, Visier einstellen, Pfeil auflegen und los geht’s. Der Schuss kommt gut raus, Höhe perfekt – Seite? Der Pfeil ist sehr weit nach links abgedriftet, im ersten Moment unerklärlich. Der freundliche Mitschütze gibt den Tipp: „Achte mal auf deine Wasserwage“. Und tatsächlich: im Auszug zum zweiten Schuss steht die Libelle in der Wasserwaage ganz rechts, also einfach den Bogen verkippen bis alles in der Waage ist und – wieder links! Beim dritten und letzten Schuss ist das Vertrauen in die eigenen Schießkünste doch recht erschüttert und unser Neuling versucht den Pfeil rechts anzuhalten um doch noch einen Treffer in der Mitte zu landen, leider ohne Erfolg. Bei der Auswertung an der Scheibe fällt dann auf, das nahezu alle Einschusslöcher in der linken Hälfte der Scheibe sind. Dies hätte man natürlich auch schon vor dem ersten Pfeil mit dem Fernglas erkennen können, aber so ist der Lerneffekt noch drastischer. Woran hat es gelegen, dass das Trefferbild auf dieser Scheibe so schlecht war. Die Wiese ist leicht abschüssig, in Verbindung mit dem dunklen Waldrand scheint die Scheibe stark nach links zu „ziehen“. Um eine solche Scheibe, wie auch andere Scheiben am Hang gut zu treffen gibt es eine einfache, effektive Methode. Bevor der Bogen ausgezogen wird, kippt man den Bogen oben deutlich zum Hang hin, hält ihn also eher parallel zum Hang als im rechten Winkel. Im Vollauszug stellt man dann oft fest, dass die Wasserwaage unerwarteter weise korrekt steht und der Bogen nicht zurück gekippt werden muss. Jetzt stimmt auch der Druck im Bogen, da der Bogenarm nicht verdreht ist und die Wahrscheinlichkeit die Mitte zu treffen steigt erheblich. Offensichtlich tendieren Bogenschützen dazu den Bogen unbewusst immer senkrecht zu Boden auszurichten, am Hang führt dies zwangläufig zu Fehlschüssen. Auch andere landschaftliche Gegebenheiten wie schief gewachsene Bäume können die seitliche Trefferlage deutlich beeinflussen. Grundsätzlich sollte der Bogen im Vollauszug ohne weiteres Verdrehen des Bogenarms im Lot sein, ist dies nicht der Fall unbedingt absetzen, den Bogen vor dem Auszug kippen und dann im Auszug nur noch minimal korrigieren. Bei erfahrenen Feldbogen Schützen ist diese Technik meist so automatisiert dass sie darüber gar nicht mehr nachdenken.








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